Dalai Lama empfängt Delegation des Regionalrates
Der Dalai Lama ist der politischen Führung und Bevölkerung Südtirols und des Trentino dankbar für die politische Solidarität. Menschenrechtsprinzipien müssten zu jeder Zeit mit Überzeugung verteidigt werden. Dies sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Freitag beim Empfang der Delegation des Regionalrates im indischen Dharamsala.
SÜDTIROL ONLINE, 28.09. 2007
Die Delegation wird von Regionalratspräsident Franz Pahl angeführt und hat Treffen mit der tibetischen Exilregierung und dem Parlament und sozialen und kulturellen tibetischen Institutionen.
In der einstündigen Audienz sagte der Dalai Lama, er fordere von China nur eine Autonomie für Tibet, doch Peking verweigere jedes ernsthafte Gespräch. Die Unterdrückungsmaßnahmen seien in jüngster Zeit noch erheblich verschärft worden.
In der Provinz Ambo seien kürzlich sieben Schüler gefoltert worden, weil sie das Wort „Unabhängigkeit“ an die Tafel geschrieben hätten. Eine friedliche Demonstration in Lhasa sei im August mit einem Riesenaufgebot von 10.000 Soldaten gewaltsam auseinander getrieben worden. Die politischen Freunde Tibets sollten darum beharrlich die Menschenrechte vertreten, so das Oberhaupt der Tibeter. Nur das werde auf lange Sicht die Haltung der chinesischen Regierung gegenüber Tibet verändern.
Pahl erklärte in seinem Grußwort an den Dalai Lama, Südtirol sei selbst einmal ein Opfer der faschistischen Diktatur gewesen und trete ebenso wie das Trentino entschieden für die politischen Grundrechte des tibetischen Volkes ein.
Pahl verurteilte die Todesschüsse auf die tibetischen Flüchtlinge an der Grenze, die fortgesetzten schweren Folterungen und den andauernden kulturellen Genozid in Tibet.
Die Delegation des Regionalrates, der u.a. Eva Klotz und Alberto Pasquali und der Trentiner Landtagspräsident Dario Pallaoro angehören, besuchte am Donnerstag das tibetische Parlament, das Nationalarchiv, das SOS-Kinderdorf mit über 2.000 Flüchtlingskindern und das Aufnahmezentrum für Flüchtlinge.
|