|
Monday, 25 August 2008 |
Scharfschützen in Lhasas Hotels stationiert
Phayul, 23.August 2008
Bereits in den ersten Tagen der Olympiade wurden in den Hotels der Stadt Lhasa Scharfschützen stationiert. Nach neuesten Berichten ist dies auch für die Zeit vom 6. August bis zum 10. August verbürgt. In einem Bericht eines westlichen Tibet-Experten heißt es unter Bezugnahme auf tibetische Quellen: „In einem Hotel, in dem zu dieser Zeit keine Gäste waren, nahmen etwa 20 Soldaten die oberen Räume ein, um die Straße gut überblicken zu können. Sie betraten das Hotel sehr vorsichtig, damit so wenige Leute wie möglich von ihnen Kenntnis erhielten. Sie versteckten sich hinter den Vorhängen, um von der Straße aus nicht gesehen zu werden. Sie wurden regelmäßig ausgetauscht und zahlten anscheinend eine kleine Summe für jeden Raum, sie benahmen sich wohlerzogen und freundlich. Sie waren alle Chinesen. Meine Quelle meint, daß die Soldaten für diese Zeitspanne den Befehl hatten, jeden sofort zu erschießen, der mit einem Messer oder einer anderen Waffe gesehen würde.“ Es ist nicht bekannt, ob es sich bei den Scharfschützen um Kräfte der Volksbefreiungsarmee oder der Bewaffneten Volkspolizei (PAP) handelte. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß es Soldaten der Volksbefreiungsarmee waren.
Zwei Frauen von chinesischem Sicherheitspersonal angeschossen Am 9. August, einem Tag nach der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Beijing, wurden um etwa 4:30 Uhr am Nachmittag zwei junge Frauen in der Stadt Ngaba (chin. Aba), Tibetisch-Autonome Präfektur (TAP) Ngaba (chin. Aba), Provinz Sichuan, angeschossen, als sie ein Geschäft betreten wollten. Es handelt sich um die 22jährige Sonam Wangmo aus Ngawa Sezo und um die 28jährige Tranyeyeng aus Gyalrang. Eine von ihnen wurde am Bein, die andere an ihrer Hand getroffen; sie befinden sich noch immer in medizinischer Behandlung. Laut einer Quelle, die in Kontakt mit Exil-Tibetern steht, scheint es, daß die jungen Frauen das Geschäft betraten, um dort ihre Mobiltelefone aufzuladen und sich somit zu einer Zeit, in der die Gegend aufgrund der Olympischen Spiele unter Ausgangssperre stand, auf der Straße befanden. Jemand berichtete, er habe vier oder fünf Schüsse gehört, als er sich gerade mit Angehörigen und Freunden zuhause befand. Er habe auf die Straße gehen und nachsehen wollen, was dort vor sich ging. Doch Familie und Freunde hätten davon abgeraten, da die Situation offenbar gefährlich war und für Tibeter derzeit besondere Einschränkungen gelten.
Quellen aus der Gegend berichten, daß Restaurants und Geschäfte bereits vor 7 Uhr abends schließen. Niemandem ist es erlaubt, das Haus danach zu verlassen. Doch die Menschen haben sogar Angst, ihr Haus am Tage zu verlassen. Die Mönche wurden angewiesen, in ihren jeweiligen Klöstern zu bleiben, die von Militär umstellt sind, wie aus verschiedenen Berichten hervorgeht.
Adaptierte Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
|