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Saturday, 01 November 2008 |
Entlassungen von tibetischen Angestellten, Verhaftungen, Folter und Bestrafungen in Tibet gehen unbeirrt weiter
Tibetan Solidarity Committee, stoptibetcrisis.net, 23. Oktober 2008
Zuverlässigen Quellen zufolge wurde bei einem internen Meeting von
Gemeindebeamten der um Lhasa gelegenen Landkreise beschlossen, alle
Angestellten, die Verwandte im Ausland haben, herauszufinden. Des weiteren
wurden Maßnahmen zur Ermittlung früherer politischer Gefangener, sowie von
deren Verwandten, die nach Indien oder in andere Länder geflohen sind, und
der Angehörigen der gegenwärtigen politischen Häftlinge (den friedlichen
Demonstranten des diesjährigen Volksaufstandes) eingeleitet. Die
zuständigen Bezirksmitarbeiter wurden in die entsprechenden Gegenden
entsandt, um dort die Daten ihrer Familien zum Zwecke einer politischen
Säuberungsaktion zu erheben.
Am 11. September wurde ein Tibeter namens Rangjung Woeshul, Sohn von Yonten
und Drubkyi aus der Gemeinde Bhutruk m Bezirk Serthar, TAP Kardze von
hochrangigen Mitarbeitern im Gemeindienst abgeführt. Am 28. September
verhaftete das Sicherheitspersonal des Bezirks Dzoege in der Präfektur
Ngaba den 34jährigen Asang aus der Gegend von Thangkor. Ende Juli wurde die
etwa 40jährige Grundschullehrerin Lhamo Kyab aus Nagchu festgenommen, und
man weiß nicht, ob sie noch am Leben ist. Der Umstand ihrer Festnahme ist
schon länger bekannt, doch in der Hoffnung, ihre Freilassung zu erwirken,
wurde bislang noch nicht darüber berichtet.
Ein aus der Gegend Kyekudo, TAP Yushu, Provinz Qinghai, stammender Mönch
des Klosters Drepung, der sich derzeit in der Haftanstalt No. 5 im Norden
von Lhasa befindet, wurde dort dermaßen heftig geschlagen, daß er Blut
erbrach. Am 28. September wurden 37 Mönche des Klosters Kirti in der Region
Ngaba vom chinesischen Militär brutal zusammengeschlagen.
Das Distrikt-Hospital von Ngaba verweigerte die Behandlung der Mönche
Tsangpa Choezin und Samdup, weshalb sie in ein Krankenhaus in Barkham
gebracht wurden. Der Mönch Tsangpa erlitt durch die Mißhandlungen einen
schweren Nierenschaden. Der Disziplin-Meister des Klosters, Lobsang Jinpa,
trug ebenfalls einen Nierenschaden davon, nachdem die bewaffneten
Polizisten mit Eisenstangen auf ihn losgegangen waren. Weil sich sein
Gesundheitszustand trotz der Behandlung im örtlichen Krankenhaus
verschlechterte, wurde er am 2. Oktober in das Distrikt-Krankenhaus von
Ngaba verlegt.
Der 42jährige Damdul aus Thangkor Ka-Bharma und der Mönch Lobsang Nyima vom
Kloster Sogtsang aus Thangkor Bha, die am 21. März verhaftet worden waren,
wurden aus der Haft entlassen, nachdem sie Bußgelder in Höhe von 10.000
Yuan bzw. 5.000 Yuan entrichtet hatten.
Diese Fälle sind lediglich einige Beispiele, die der freien Welt zeigen
mögen, wie unschuldige Tibeter verhaftet, gefoltert und mit hohen
Bußgeldern belegt werden, ohne daß ihnen irgendein Vergehen nachgewiesen
wurde.
Angesichts der äußerst kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die
Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft sowie
Menschenrechtsorganisationen in der ganzen Welt, die VR China zu drängen,
folgenden Forderungen stattzugeben:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet
zuzulassen;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich den brutalen Festnahmen, Inhaftierungen und dem Morden in
ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich alle unschuldig festgenommenen und inhaftierten Tibeter
freizulassen;
5) unverzüglich die unfairen Gerichtsverfahren und die ungerechtfertige
Verurteilung friedlicher Demonstranten einzustellen.
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
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