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Wednesday, 19 November 2008
Dalai Lama Renaissance / ab Oktober im Kino Dalai Lama Renaissance
Film Review

Von Almut Berkane fürs Tibet Cafe
Das Kino war fast leer - was damit zusammenhängen kann, dass bei "Dalai Lama Renaissance" nicht auf Anhieb eine Handlung oder Botschaft erkennbar ist. Der Film begleitet ziemlich unkommentiert den Besuch der Gruppe "Symposium", einer eher inhomogenen Vereinigung von Wissenschaftlern und sozial bzw religiös engagierten Menschen, beim Dalai Lama in seinem Exilsitz in Dharamsala. Geplant war die Tagung als Austausch über die Möglichkeiten, positiv auf den Zustand der Gesellschaft einzuwirken. Aber was als Symposium zur Weltverbesserung gedacht war, nimmt sehr schnell die Form einer inneren Katharsis der Protagonisten an.


Statt eines erklärenden Sprechers aus dem Off gibt es persönliche, teilweise sehr emotionale Stellungnahmen vor laufender Kamera. Die Teilnehmer finden sich im Verlaufe der Tagung mit ihren inneren und zwischenmenschlichen Widersprüchen konfrontiert, und Vorgänge, die eigentlich typisch sind für die Intimität therapeutischer Gruppen, werden vor laufender Kamera präsentiert. Wer sich jedoch im Rausch der Emotionen zu verlieren droht, wird von der mitfühlenden Klarheit Seiner Heiligkeit liebevoll auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. So bietet der Film Gelegenheit, einen der größten spirituellen Meister unserer Zeit bei der Arbeit zu beobachten.

Wie sehr das Engagement für Veränderungen in der Welt oft verzerrt ist von den Verwerfungen persönlicher Projektionen, dokumentiert "Dalai Lama Renaissance" ohne Beschönigungen. Bilder vom Leid und der erschreckenden Armut der einheimischen Bevölkerung reihen sich neben die von Hunger nach persönlicher Anerkennung und Aufmerksamkeit gekennzeichneten Monologe der Gruppenmitglieder. Anschauungsunterricht darin, wie hart die erträumte große Weltveränderung erarbeitet werden muss und wie sehr sie zusammenhängt mit der Fähigkeit, von sich selbst abzusehen und wirkliches Mitgefühl zu entwickeln. Kein leicht konsumierbarer Film, aber dennoch sehenswert!


Schau Dir den Trailer im Tibet Cafe an




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